Den Übergabetermin setzt selten der Auftraggeber
Bei fast jeder Entrümpelung steht das Datum schon fest, bevor irgendwer einen Betrag kennt. Die Hausverwaltung nennt den Tag, an dem die leere Wohnung besichtigt wird, oder ein Nachmieter hat seinen Mietbeginn längst unterschrieben. Von diesem einen Tag aus wird alles andere geplant, und zwar rückwärts.
Rückwärts heißt: Der Raum soll nicht am Übergabetag leer werden, sondern einen Tag oder zwei vorher. In dieser Zeit fällt auf, was hinter der Tür im Schrank stand und was in der obersten Schublade liegen geblieben ist. Wer den Räumtermin auf denselben Vormittag legt, hat keinen Puffer, und ein Puffer kostet nichts.
Beim Rundgang fragen wir deshalb zuerst nach diesem Datum und erst danach nach Zimmern und Kellerabteilen. Steht der Tag, steht auch die Frage, welches Arbeitsfenster überhaupt in Betracht kommt.
Anlässe, zu denen wir gerufen werden
- Die Wohnung ist gekündigt und soll zum Stichtag leer dastehen.
- Ein Haus wird verkauft und muss vor dem Notartermin geräumt sein.
- Nach einem Auszug ist liegen geblieben, was niemand mitnehmen wollte.
- Ein einzelnes Zimmer wird frei, während der Rest der Wohnung bewohnt bleibt.
- Eine Garage wird gebraucht und steht seit Jahren voll.
Welches Arbeitsfenster zu diesem Tag passt
Gerechnet wird nach dem Fenster, in dem tatsächlich geräumt wird. Das Tagfenster umfasst Montag bis Freitag, 8 bis 17 Uhr, das Randfenster Montag bis Freitag, 6 bis 8 und 17 bis 21 Uhr, das Wochenendfenster Samstag und Sonntag, 8 bis 17 Uhr. Drei Fenster, drei Spalten, drei eigene Beträge für dieselbe Arbeit.
Das Tagfenster ist der günstige Weg, und wer die Wahl hat, nimmt es. Die Wahl hat aber nicht jeder. Findet die leere Besichtigung am Montag um neun statt, bleibt nur das Wochenende davor. Dann gilt die dritte Spalte der Tafel, und der Betrag dort steht für sich: Er wird nicht auf die erste Spalte addiert, sondern ersetzt sie.
Ein Beispiel mit dem Satz je Kubikmeter. In der ersten Spalte stehen 36 €. Bei 20 m³ Hausrat ergibt das 720 €. Dieselbe Menge im Wochenendfenster rechnet mit 44 € je Kubikmeter, also 880 €. Der Unterschied zwischen beiden Terminen beträgt 160 €.
Deshalb lohnt der frühe Anruf. Wer vier Wochen vor der Übergabe fragt, hat meist noch einen Werktag frei und zahlt den günstigeren Betrag. Wer drei Tage vorher fragt, nimmt das Fenster, das noch da ist.
Was aus den Räumen herauskommt
Geräumt wird, was lose steht, hängt oder liegt: Möbel, Matratzen, Teppiche, Lampen, Kleingeräte, Kartons, Gartenmöbel, Fahrräder ohne Besitzer. Dazu Einbauten, die sich ohne Eingriff in die Bausubstanz lösen lassen, etwa ein Regalbrett auf Winkeln oder eine aufgeschraubte Garderobe.
Was brauchbar aussieht, stellen wir beiseite und zeigen es Ihnen, bevor der erste Wagen beladen wird. Sie sagen dann, was mitfährt und was bleibt. Das kostet zehn Minuten und verhindert den Anruf am Abend, in dem eine Kiste fehlt.
Die Gebühr der Deponie reichen wir durch und weisen sie getrennt aus, damit Sie sehen, was Arbeit ist und was Gebühr. Steht im Raum etwas, das nicht in den gewöhnlichen Hausrat gehört, sprechen wir es beim Rundgang an und schreiben es ins Angebot, statt es am Termin zu entdecken.
Besenrein, und wo die Renovierung anfängt
Das Wort besenrein steht in vielen Mietverträgen und meint einen klaren, aber engen Zustand: Der Raum ist leer, der Boden ist gefegt, Schränke und Fächer sind ausgeräumt, nichts liegt mehr lose herum. Mehr sagt das Wort nicht, und deshalb lohnt ein Blick in den eigenen Vertrag, bevor irgendwer eine Rolle Farbe kauft.
Was danach kommt, ist Renovierung und keine Räumung: Dübellöcher verfüllen, streichen, Tapete abziehen, Silikonfugen erneuern, einen Bodenbelag abschleifen. Diese Arbeiten gehören nicht in unser Angebot, und wir nehmen sie auch nicht nebenbei mit.
Für den Übergabetag ist der Unterschied wichtig. Wer malern lassen will, braucht nach unserem Termin noch Tage, und die müssen vor der Schlüsselrückgabe liegen und nicht danach. Beim Rundgang rechnen wir diese Tage mit und schlagen das Fenster vor, das in den so entstehenden Plan passt.